Interessantes - als Blog

Freitag, 27. August 2010

Seminar für Gewaltprävention

 

Am Samstag den 18.September veranstalten wir wieder einen Lehrgang. Nachdem unser Seminar für Gewaltprävention letztes Jahr sehr gut ankam, werden wir dieses Jahr ebenfalls großen Wert auf Präventionstraining legen.

 

Folgende Themen sind Tagesthema:

 

1. Vermeiden oder ändern von Gewohnheiten, die Gewaltübergriffe begünstigen

2. Frühes Erkennen von sich aufbauenden Gefahrensituationen

3. Besseres Verhalten in Stresssituationen (psychologischer Aspekt)

4. Richtiges Abwehren von Gewaltübergriffen ( Erlernen von einfachen aber wirksamen Selbstverteidigungstechniken)

5. Richtiges Einsetzen alltäglicher Gegenstände als Waffe zur Selbstverteidigung

 

Dabei werden Situationen aus dem Alltag aufgegriffen und besseres Verhalten bezw. Umdenken trainiert.

 

Das Seminar findet in Laufach, im Gymnastikraum der TV-Halle am Mühlfeld statt. Beginn ist 9.00 Uhr Abschluss ca. 18.00 Uhr. Dazwischen gibt es Pausen. Wer keinen Kampfanzug besitzt kann auch in normaler Sportbekleidung oder bequemer Freizeitkleidung teilnehmen. Der Gymnastikraum darf allerdings nur in Hallensportschuhen (helle Sohle) oder barfuss betreten werden.

 

Die Kursgebühr beträgt für Mitglieder des TV Laufach, für behinderte Personen oder Schüler ohne eigenes Einkommen 10 Euro, für Nichtmitglieder 20 Euro.

Jeder Teilnehmer erhält nach Abschluss eine Urkunde.

 

Anmeldung bei Seminarleiter Bernd Schreiber unter Tel: 06093-2209 oder e-mail: b.s.samurai@gmx.de

Anmeldeschluss ist Mittwoch, der 15. Sept. 2010

Donnerstag, 1. Juli 2010

Die Geschichte des NUKITE KARATE aus dem altindischen TAKAKA - Stil

 

Über den Takama Stil gibt es so gut wie keinerlei schriftliche Nachweise. Weder von den Kampftechniken noch von der Endstehungsgeschichte. Sicherlich haben einige Meister Techniken und Inhalte schriftlich irgendwo festgehalten aber bisher wurde nichts davon an die Öffentlichkeit getragen. Takama ist eine sehr alte Kriegskunst und um den Mißbrauch zu verhindern, wird dieses Wissen bis zum heutigen Tag nur vom Meister zum Schüler weitergegeben. So wird ein unkontrollierter öffentlicher Zugang zu den Techniken unmöglich gemacht.

 

Hier die Geschichte des Takamas, wie es schon seit Jahrtausenden von den Meistern überliefert wird:

 

 

 

Ca 3500 J vor Chr. gab es ein Bergbauernvolk am Rande des Himalayas. Es war eine schwere Zeit , denn der Boden gab nichts mehr her. Von mehreren Durchreisenden hörte man von einem fruchtbaren Tal jenseits des Gebirges in dem es saftige Wiesen und Flüsse geben sollte. Also beschloss man, dieses Gebiet zu suchen. Man schickte viele Kundschafter in alle Richtungen aus, um dieses besondere Tal zu finden. Nach einiger Zeit kam ein Kundschafter erfolgreich zurück und schwärmte von einem Tal, in dem es alles gab, was man zum ansiedeln so brauchte. Man beschloss, komplett auszuwandern und sich in diesem neuen Gebiet anzusiedeln. Alles verlief gut, man baute überwiegend Obst und Gemüse an und betrieb Handel mit vorbeikommenden Karawanen. Zu dieser Zeit gab es auch einen Herrscher, der dieses Land besaß und  dem man als Dank dafür, dass man hier leben und handeln durfte, einen jährlichen Obolus entrichtete. Leider wurden die Zeiten dann aber im Laufe der Jahre schlechter und der Ertrag geringer. Auch gab es einen Herrscherwechsel über dieses Gebiet und der neue Herrscher wollte immer mehr haben. Er schreckte am Schluss auch nicht davor zurück, zu plündern, Männer zu versklaven und Frauen zu vergewaltigen.

In ihrer Not flehten die Bauern ihre Götter um Hilfe. Da geschah es, dass eine Kriegerin ins Dorf kam, die von großer Gestalt und völlig anderem Erscheinungsbild als die dortigen Menschen war. Ihr Name war INDRA. Als sie von dem Problem der Bauern erfuhr, versprach sie zu bleiben und das Dorf zu beschützen. Nach geraumer Zeit kamen wieder dieselben Horden des damaligen Herrschers und wollten das Dorf ausrauben. Indra stellte sich ihnen in den Weg und erklärte, dass dieses Dorf nun unter ihrem Schutz steht und jeder, der es überfallen will, von ihr getötet wird. Die Angreifer sollen wieder verschwinden, solange sie noch können, ansonsten würde niemand mehr lebend davon kommen. Es waren damals 8 Angreifer, die alle bewaffnet waren und sie lachten nur über diese Drohung. Als nach nochmaliger Drohung niemand darauf reagierte, griff Indra an und tötete in sehr kurzer Zeit 7 der 8 Männer und ließ den letzten schwer verletzt überleben, um den Vorfall seinem Herrscher weiterzumelden. Das Bauernvolk jubelte und man bat Indra , wenigstens eine Weile zu bleiben, was sie dann auch tat. Für die Bauern war Indra eine Göttin, die sie durch ihr beten zu sich gerufen haben. Keiner konnte sich erklären, wie es für eine Frau möglich war, mit 8 Angreifern in so kurzer Zeit fertig zu werden und sie manchen der  Angreifer sogar mit bloßen Händen regelrecht in Stücke zerreißen konnte. Indra blieb eine ganze Weile im Dorf und verliebte sich in einen jungen Mann. Eines Tages teilte sie ihrem Freund mit, dass er es zwar nicht verstehen werde, aber es sei ihr nicht erlaubt bei ihm zu bleiben und sie müsse das Dorf verlassen Sie müsse jetzt in die "Untere Welt". Damit ihm aber nie mehr etwas böses geschehen kann, schenkte sie ihm vorher das Wissen über ihre Kampfkunst, sowie 2 ihrer Waffen, ein Schwert und ein Schild. Am Tag ihres Abschiedes sagte sie noch zu ihrem Freund, er solle das Wissen, welches sie ihm gab, innerhalb seiner Familie die er irgendwann mal haben wird, sowie all seinen Freunden weiter lehren, damit weder ihm noch anderen, die er für würdig hält, jemals wieder etwas schlimmes im Leben widerfahren wird.

Für die Bergbauern war Indra eine Gottheit und Gottheiten dürfen sich nicht mit  Sterblichen vermählen. Also war es logisch, dass Indra sie verlassen musste. Man interpretierte ihre Aussage auch dahingehend, dass sie fortan Göttin der Unterwelt sein werde, um von ihrem Freund getrennt zu sein. Um aber für alle Zeiten an dieses Geschehnis zu erinnern und ihre "Göttin" Indra zu ehren rekonstruierte man Indras Kampf gegen diese Räuber und machte aus diesen Bewegungsabläufen einen Tanz , der bis heute als sogenannte "KATA" oder auch tanzend wiederzufinden ist. Das Gebiet in dem dies alles geschah, trug damals den Namen TAKAMA, soviel bedeutend wie "Gärten", weil man dort soviel Obst- und Gemüseplantagen hatte. Heutzutage nennt man diese Region "TAKLAMAKAN" (Gärten der Wüste) , weil heute das gesamte Gebiet verwüstet ist. Alle Flüsse sind versiegt und es gibt dort nur noch Sand. Die Taklamakan – Wüste grenzt an die Wüste Gobi und es gab der Überlieferung nach einmal eine Stadt Namens DANDAN-OILIK und ein Dorf Namens BANDAN-OILIK. In dieser Region aber zu einer viel früheren Zeit sollen diese Vorgänge passiert sein.

Man vermutet, das die Menschen dort auf Grund der Versteppung  aus diesem Gebiet wieder auswanderten und die Kampfkünste , die man nach dem Namen des Gebietes aus dem sie stammten benannte, auf diesem Weg über China nach Korea und Japan gelangten.

 

Erst Großmeister Keotek Huong (ein Koreaner) brachte diese Kunst, die seit ca.  300 J. in seiner Familie unterrichtet wurde, in den 70er Jahren nach Europa. Er lernte später durch Zufall eine Japanerin kennen die er auch heiratete und nach Japan zog.

In der eingeheirateten japanischen Familie wurde Kampfkunst schon großgeschrieben. Ihre beiden Brüder betrieben schon seit langem eine AIKIDO und SHOTOKAN-KARATE Schule. Nachdem man nun erkannte das TAKAMA eine völlig unbekannte Kampfkunst ist, beschloss man sich auszutauschen und alles zu vermarkten. Deshalb entschied man auch TAKAMA einen neuen Namen,  nämlich NUKITE-KARATE (FINGERTECHNIKEN DER LEEREN HAND) zu geben. Außerdem wurde Nukite –Karate in den HONKAI-Verband integriert, in dem es auch HONKIDO und Bushido –Allkampf gab. Man benannte das Ganze dann HONKAIKARATE.

 

So entstand aus dem damaligen, indischen TAKAMA seit 1963 das japanische NUKITE-KARATE. Sein Sohn Vanlea Huong hielt sich bis 1985 in Europa auf und unterrichtete NUKITE KARATE in Deutschland und Belgien. Danach zog er zu seiner Familie nach Japan und heiratete ebenfalls eine Japanerin. Zusammen mit seinem Vater leitete er  eine Import/Export – Firma. Die Legende sagt, der Unterschied zwischen TAKAMA und anderen Kampfkünsten sei dieser, dass TAKAMA nicht von irgend welchen Menschen entwickelt, sondern von einer Gottheit auf die Menschen übertragen wurde. Jeder Kämpfer, der sich mit TAKAMA beschäftige, würde früher oder später auch auf INDRA treffen und es würde zu seiner Religion werden. Das ist jedoch nur eine Legende. Eine einzelne Frau, die in der Lage war mit 8 bewaffneten Angreifern fertig zu werden, musste damals auf die kampfunerfahrenen Bauern wie eine Gottheit gewirkt haben. Diese Frau war wohl eine sehr erfahrene und gut ausgebildete Kriegerin gewesen sein. Aber auch Meister Vanlea Huong (gestorben am 6. März 2010) ehrte die damalige Leistung der „Göttin" Indra. Das Schwert und das Schild sollen auch heute noch irgendwo existieren. Das älteste Symbol des TAKAMA – Stils ist das Tigerauge, weil man behauptet, die Frau, die damals das Dorf verteidigt hat,  hätte die Augen eines Tigers gehabt. Auch der Ablauf ihrer Kampfhandlung findet sich in der letzten KATA (INDRA TAKAMA) wieder. NUKITE-KARATE gehört heute zu den wenig bekannten aber ungefiltertem Kampfstilen die ihre kriegerische Herkunft klar zu erkennen geben und sich beständig der Zeit und den Verhältnissen heute noch anpasst. Es gehört deshalb eine besondere "geistige" Reife es zu erlernen.

 

............und es entwickelt sich auch heute noch weiter............

 

 

Freitag, 4. Juni 2010

Waffen im TAKAMA

Waffen im Takama – Stil

 

 

 

 

Sai – eine tödliche Waffe

 

 

 

  Sieht man einmal vom japanischen Samuraischwert (Katana) ab, so dürfte das Sai, eine eiserne Metallgabel, die bekannteste asiatische Metall -Waffe sein.

 

Ursprünglich im Kampf gegen das Schwert, ist  die fast schon harmlos erscheinende Sai – Gabel in der Hand der Bevölkerung bald zu einer brutalen Waffe gegen alle möglichen Angriffe geworden. Über die Entstehung des Sai, erzählt man viele Geschichten. Zweifellos ist das Sai aus der Heugabel der Bauern entstanden. Obwohl diese Waffe, so wie man sie heute präsentiert, kaum noch eine Ähnlichkeit mit einer Heugabel zeigt, kann man sich die Entwicklung daraus trotzdem gut vorstellen. Wahrscheinlich musste sich irgendwann einmal ein Bauer gegen einen Angreifer verteidigen und setzte dabei seine Heugabel ein. Was dann zeitlich weiter geschah, sind die Meinungen sehr unterschiedlich. Ob aus Holz oder Eisen, mit langem oder kurzem Stil man erkannte schnell, dass die Heugabel eine furchtbare Waffe sein konnte. Mit langen Stil oder mit ursprünglich langen Zinken war sie zu auffällig und unhandlich. Deshalb, als man sie als Waffe nutzte, verfeinerte man Größe und Aussehen. Die Originalwaffen waren ebenso wie die heutigen, nicht scharf und spitz geschliffen, weil man in ihnen nur ein Arbeitsgerät sehen sollte. Dies beeinflusst die Effektivität und Wirksamkeit jedoch kaum.

 

Sai`s gibt es in vielen Formen und Ausführungen. Die geläufigsten haben einen runden oder achteckigen Mittelzinken. Der Knauf ist in vielen Formgebungen zu finden. Gute Sai sollten geschmiedet sein. Der mittlerer Zinken sollte zusammen mit Griff etwas länger als der Unterarm des Benutzers sein. Das Gewicht kann bis zu 500g betragen. Beim Sai gibt es zuerst Grundübungen, Partnertraining und Katas zu erlernen bevor man frei kämpft. Eine vorbereitende Gymnastik und Kräftigung der Handgelenke ist sehr wichtig, weil man sich auf Grund des hohen Gewichtes der Sai schnell eine Sehnenscheidenentzündung holen kann.

Der geläufigst Sai, der Dreizack mit langer Klinge und kürzeren

Außenzinken wird auch im Takama verwendet.

 

 

Tonfa und Kama

 

 

Tonfa und Kama sind in ihrer Entstehungsgeschichte eng miteinander verbunden Sie kommen ebenfalls wie die SAI, Stöcke, Nunchakus und vieles mehr aus dem bäuerlichen Gebrauch. Diese Bauern waren früher auf Grund der damaligen Umstände dazu gezwungen, Feldgeräte zu Waffen um zu funktionieren.. Durch ständig wechselnde Machtverhältnisse wurden ungerechte Steuern erhoben und es kam auch oft zu räuberischen Überfällen.

 

Ein häufig genutztes Arbeitsgerät war die Sense, welche wohl bei keinem Gang auf die Felder zu Hause blieb. Selbst unverändert war dies schon eine fürchterliche Waffe. Allerdings hatte sie einen entscheidenden Nachteil: Sie war zu lang um sie zu verstecken. Deshalb kam man auf die Idee sie zu verkleinern, indem man sie zunächst mittig teilte. Am obere Ende passte man die etwas große Klinge an, verkleinerte sie und formte sie um, bis sich eine kleine Handsichel ergab, die man prima verstecken konnte und dennoch als Arbeitsgerät einsetzbar war. Da die Bauern zu damaliger Zeit oft gezwungen waren mit allen möglichen Arbeitsgeräten zu kämpfen, war man in dieser Richtung nicht unerfahren. Deshalb ergab sich, dass ein schlauer Kopf, mit dem übriggebliebenen unteren Teil der Sense experimentierte und daraus einen effektiven Schlagstock mit seitlichem Griff entwickelte, das Tonfa. Diese neue „Waffe" wurde ebenfalls auf handliche Größe reduziert und oftmals zur Tarnung als Griff für ein Mühlrad erklärt. So wurden aus der ehemaligen Sense in der Hand eines Geübten zwei überaus effektive und gefährliche Nahkampf Waffen: Tonfa (Schlagstock) und Kama (Handsichel). Während die kämpferische Handhabung des Kamas nur noch bei den Budokünsten zu finden ist, hat sich das Tonfa bis in die heutige Zeit einen Platz in vielen Sicherungsdiensten (Polizei Militär und Wachdiensten)erobert. Auch hier hat man die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten erkannt und sich zu Nutzen gemacht.

 

Die Kama (Sichel) wurde ursprünglich zum schneiden von Reis, Korn oder Zuckerrohr verwendet.

 

Vor ca. 700 Jahren begann die Verwendung von Eisen für landwirtschaftliche Geräte. Zur gleichen Zeit wurden aus Japan und China die ersten Waffen eingeführt. Kama wurden zum ersten Mal als Waffe während des Bauernaufstands im Jahr 1314 eingesetzt. Durch den Kontakt mit chinesischen Kampfkunsttechniken und später mit dem Tode (Kampfkunst) hat sich das Kama-jutsu bis in unsere Tage weiterentwickelt. Die Kama-Technik wurde so effektiv, dass sogar Schwertkämpfer einer Auseinandersetzung mit Experten mit dieser Waffe lieber aus dem Weg gingen. Sie stellt wohl die blutigste Waffe der Ryukyu Waffen dar. Die Klingenlänge (meistens 15 bis 17 cm) und die Form wie auch der Schaft variiert. Die Sichel und der Stil bilden einen 90 Grad Winkel. Die Ecke der Klinge zum Schaft sollte eine Rille haben, zum fangen des Bo oder anderer Waffen. Das Gewicht des Schaftes ist abhängig vom Benutzer und sollte zum Ende hin dicker werden. Dies ermöglicht leichteres Fangen oder Gleiten beim verändern der Griffhaltung. Die Klinge sollte hinreichendes Gewicht besitzen, um sicherzustellen, das es der schwerste Punkt der Waffe darstellt, dies ermöglicht auch einen leichteren Gebrauch.

 

BO

 

 

Es gibt unzählige Arten von Stockkampfwaffen. Im Takama gibt es 3 verschiedene Längen: Achselhöhe, 2 Kurzstöcke in halber Achselhöhe, sowie 20cm lang.

 

 

 

Schmetterlingsmesser

 

Entgegen der in Deutschland weit verbreiteten Ansicht, sind Schmetterlingsmesser 2 kurze chinesische Schwerter, die so geschmiedet sind, dass man sie in einer einzigen Scheide zusammenstecken kann. Somit sieht es aus als ob der Träger nur ein Schwert bei sich trägt. Somit konnte man Angreifer damit überraschen wenn man anscheinend nur 1 Schwert zog aber im nächsten Moment  auf einmal 2 Schwerter in den Händen hielt. Diese Schmetterlingsmesser sind wohl ursprünglich auf dem Weg unseres Stils über Asien nach Europa mit integriert worden. Sicherlich haben sich da Kämpfer unseres Stils mit chinesischen Kämpfern ausgetauscht. Es gilt nach ja nach Abschluss der Meisterprüfung im Takama auch der Auftrag, andere Kampfstile zu betrachten und evtl. „neue oder unbekannte gute Techniken" oder „noch nicht bekannte Waffen" zu erlernen und zu integrieren, damit Takama sich ständig weiterentwickelt.

Was man hier in Deutschland als Schmetterlingsmesser bezeichnet, sind meist philippinische Balisongmesser, die es in vielen Größen und Ausführung gibt. Dieser Messertyp ist in Deutschland mittlerweile als verbotene Waffe im Waffengesetz eingetragen. Grund war wahrscheinlich, weil dieser Messertyp sehr oft von irgendwelchen Schlägertypen zu kriminellen Handlungen missbraucht wurde.

 

Sonntag, 11. April 2010

Das neue deutsche Waffengesetz
 
Über die Auswirkungen des deutschen Waffengesetzes wird viel erzählt. Deshalb hier einmal ein Link der deutschen Polizeigewerkschaft, der umfangreich erklärt welche Waffen nun letzendlich verboten oder noch erlaubt sind. Auch für uns Kampfsportler hat sich da wiederum einiges geändert was wir zukünftig beachten müssen. Deshalb speziell uns Kampfsportler betreffende Änderungungen.
 
 
Hier der Link:
 

Freitag, 12. März 2010

Verbandspräsident Vanlea Huong ist tot
 
Am Dienstag den 6. März 2010 erreichte uns die Nachricht, daß unser Großmeister Vanlea Huong in der Nacht gestorben sei. Vanlea erlag den Folgen eines Schlaganfalles.
 
Die Beerdigung findet am Freitagnachmitag den 12.3.2010 im Stadtfriedhof Osaka statt.
 
 
Vanlea Huong und sein Vater Keotek haben unseren TAKAMA- Stil (heutiges Nukite-Karate) in den 50er Jahren nach Europa gebracht und aufgebaut. In den 80er Jahren heiratete Vanlea eine Japanerin und zog nach Osaka zu seinem Vater.
Meister Bernd Schreiber traf Vanlea Huong während seiner Bundeswehrzeit in Deutschland und war lange Zeit sein Schüler und Freund. Bis heute pflegten sie weiterhin Kontakt. 1963 gründete Vanlea Huongs Vater Keotek zusammen mit seinen japanischen Schwagern den HONKAI-Verband und benannten den Takamastil in das heutige Nukite-Karate um. Im gleichen Verband gibt es heute noch die Sparte Honkido und Bushido-Allkampf. Zusammengefasst wird alles unter dem Namen HONKAI-KARATE. Dabei steht "HON" als Kürzel für Vanleas Nachname Huong und "KAI" ist der japanische Begriff für Gruppe.
 
Die Verbandstätigkeiten werden weitergehen aber für uns alle ist Vanlea Huong ein großer Verlust. Wir werden ihn immer in angenehmer Erinnerung behalten.

Montag, 1. März 2010

Arten von Bruchtests

 und wie erreiche ich einen optimalen Aufbau meines Körpers für solche Extremleistungen.


Es gibt mehrere Arten von Bruchtests, wie z.B. statische, wo ein zu brechendes Objekt in irgendeiner Lage (senkrecht, waagrecht oder einer anderen Art) aufgebaut wird.
Man kann auch eine dynamische Art wählen, bei der das Objekt in Bewegung sein kann. Auch kann mann Objekte aufhängen die dann nachgeben können ( Bruch durch Speed ). Die ganz hohe Kunst ist auch, mehrere Objekte zu stapeln und dann eines aus der Mitte zu zerbrechen ohne andere Objekte zu beschädigen.

Wie härtet man seinen Körper für eine solche Extremleistung ab und wie baue ich diese Auftreffpunkte am Körper auf?

Es gibt mehrere Wege.
Hier der Weg, den man im alten Takama - Stil ging:
In erster Linie wird der Körper des Budoka durch sein tägliches Training gekräftigt. Auch sollte man auf ausgewogene Ernährung ( Kalzium) achten!
Um seine Gliedmaßen zu stärken bedarf es vielerlei Grundübungen. Wer jedoch seine Hände zu "tödlichen Waffen" ausbilden will, muß sehr viel Willenskraft und Zeit dafür aufbringen.
Zum einen sollte man täglich sehr viele Liegestütze auf allen Schlagpunkten (Faustknöchel , Handgelenke etc.), besonders aber auf den Fingern (5,4,3,2,1 Finger) machen. Außerdem sollte man sich einen Makiwara (Schlagpfosten, mit Stroh gepolstertes Schlagbrett bauen und täglich daran Schlagtechniken üben. Die Hände sollen sich an die Schlagbelastung langsam gewöhnen.
Nach mehreren Monaten Vorbereitung nimmt man eine Wanne mit feinem Sand und schlägt mit offenen Finger in den Sand und schließt dann die Finger unter Druck. Dies baut sämtliche Finger, Handgelenke sowie die dazugehörige Muskulatur auf. Die Wiederholungsvorgabe sollte bei ca 100 x liegen, wobei das Ziel ist, irgendwann einmal 100 Schläge ( auch Liegestütze!!) am Stück zu schaffen. Nach ca 6 Monaten kann man diese Übung mit einer Wanne voll Kieselsteine verschärfen. Meister B. Schreiber vollzog diese Übung sogar mit einer Wanne voller Stahlkugel, welche ein früherer Schüler zur Verfügung stellte. Hin und wieder kann man Bruchtests machen um seinen Stand zu ermitteln.Dieses Training bedarf 1 - 3 Jahre bis man sein Ziel erreicht. Man kann, vom Alter her, nicht früh genug damit anfangen. Denn mit zunehmendem Alter ist besonders der Knochenaufbau immer schwieriger. Bei all diesen Übungen gilt aber ein besonderer Grundsatz: Übertreibung schadet! Man sollte immer nur bis an die Schmerzgrenze gehen und dem Körper immer wieder Erhohlungsphasen geben, die er zur Anpassung und Aufbau unbedingt braucht.

 

 

 

Der Bruchtest

 
 
 
Es gibt viele Arten einen Bruchtest auszuführen (z.B statisch,dynamisch etc.). Ebenso gibt es die unterschiedlichsten Techniken und Materialien dazu. Darüber werde ich ein andermal genauer berichten. Auch über die Arten den Körper dazu aufzubauen. Wenn man aber über den "normalen" Standart hinauskommen will, sollte man da anfangen, wo man ohnehin schon recht gut mit zurechtkommt. Dazu geht man wie folgt vor:
1: Zuerst mache ich mir Gedanken darüber, mit welchem Körperteil ich am liebsten zuschlage und welches bei mir auch die härtesten Schläge aushält.
2: Wenn ich diese Stelle weiß (z.B. Faustknöchel, Handkante etc.), überlege ich mir mit welcher "Lieblingstechnik" ich diesen Punkt einsetze (z.B. gerader Stoß, Handkantenschlag, Fußtechnik etc.).
3: Habe ich auch dies ermittelt, suche ich mir die ideale Position für diese Technik, mit dem ensprechendem Auftreffpunkt (z.B. waagrecht, senkrecht, etc. ).
4: Dannach entscheide ich mich für das mir angenehmste Material, mit dem ich am liebsten arbeite (z.B. Holz, Stein, etc. ).
5: Wenn ich nun alle diese Komponenten zusammenfüge, habe ich die für mir am besten passende Art eines Bruchtests gefunden und kann mit dem eigenlichen Training beginnen, d.h. ich versuche eine größtmögliche Präzision meiner Bewegunstechnik zu erlangen und die gesamte Dynamik zusammenzubringen und auf einen Punkt zu konzentrieren. Ebenso beginne ich parallel dazu mit einem intensiven körperlichen Aufbautraining speziell auf diese Bewegungstechnik abgestimmt (das kann sehr individuell aussehen! ). Dazu gehört auch die
Abhärtung besonders des betreffenden Auftreffpunktes in meinem Bruchtest.
Dazu mehr in einem anderen Kapitel. Viele Meister der Kampfkünste beherrschen irgendeine oder auch mehrere Arten von Bruchtests. Es braucht viele Jahre, eine an und für sich banal
erscheinende Technik so weit hoch zu powern, bis man damit einen Bruchtest in der Güte erreicht, wie sie oft bei Budoveranstaltungen demonstriert werden. Das Ergebnis ist dann aber auch für Fachleute z. T. beeindruckend. Für das "normale" Training bringt eine derart extrem ausgereizte Technik nicht so viel aber man kann durch einen derartigen Bruchtest sichtbar machen welche ungeheure Energie in einer guten Technik stecken kann. Es ist nur unschwer vorzustellen, was so eine Technik bei einem Angreifer angewandt bedeuten würde.......
 
 

Mittwoch, 13. Januar 2010

Das Prüfungsprogramm im HON - KAI KARATE

 

Ganz früher  gab es bei den meisten Kampfkünsten kein "Prüfungsprogramm". Ein Schüler fing bei einem Meister an und lernte einfach nach seinen Angaben. Erfüllte er bestimmte Anforderungen, ging die Ausbildung weiter. Dies zu Entscheiden, war einzig und allein Sache des ausbildenden Meisters. In der Regel bestand zwischen Schüler und Meister ein ganz besonderes Verhältnis (siehe auch in unserem Archiv " Der Schüler und sein Meister"!).
Auch bei sogenannten "Krieger - Ausbildungen" gab es kein Prüfungsprogramm im eigentlichen Sinn. Man unterrichtete einen "Kriegsschüler" in allen erdenklichen Sparten der Kriegskunst, welche sich natürlich über die Zeitepochen und den damit verändernden Waffen immer mehr verfeinerten.
Speziell im Takamasystem gab es ursprünglich kein Prüfungsprogramm. Mann bildete aber in gewissen Etappen aus. So mußte man zuerst lernen, seinen Körper zu beherrschen, später kamen zuerst waffenlose Techniken im Stand und in Bodenlage und zum Abschluß kam eine umfangreiche Waffenausbildung mit den Waffen der Zeitepoche. Da sich Takama ständig weiterentwickelt kommen immer mehr Waffen mit auf den Plan. Deshalb enschied man sich irgendwann dazu, ein Prüfungsprogramm zu erstellen und sich Waffentechnisch zu spezialisieren. Das bedeutete, daß jeder Takama - Schüler ein gewisses Quantum an Waffenausbildung zum Pflichtprogramm bekam und sich dann auf irgendwas nach seinem Talent oder Interresse spezialisierte. Die restliche Waffenausbildung, die nicht im normalen Prüfungsprogramm steht, wurde von der ursprünglichen Ausbildung getrennt und zur sogenannten weiterführenden Waffenfachausbildung, bei der dann waffentypische Waffenfachprüfungen abgenommen werden können. Man kann sich dann zum Schwert - Sai -  oder anderen Meister weiterbilden(mit dementsprechendem Titel und Ausbildungsberechtigung). Wann man kalendarisch die erste Prüfungsordnung erstellte ist leider nicht mehr nachvollziehbar, die letzt Änderung geschah 1963 wo man auch den Namen in NUKITE - KARATE umbenannte und in den HON - KAI - Verband integrierte (siehe auch "Geschichte des NUKITE - KARATE" im Archiv).
Nachstehend nun die aktuellen Prüfungsrichtlinien sowie die damit verbundenen Wartezeiten.


Prüfungsprogramm der einzelnen Gurtgrade
im
HON-KAI-Karate



Gelbgurt: Komplettes Grundschulprogramm ink. Fallschule. Erste Kata( HEIAN ITCH-SAO ) Geschichte.

Orangegurt : Kata 2-4( HEIAN NI-,SAN-,CHI-SAO). Einführung in Waffenkunde, Einführung in Selbstverteidigung.

Grüngurt: Kata 5-10( TEKKI: TAN-TAO, CHI-BAI-BAO; SHUTO-EMPI, BUSHI-WAZA, YOKO-NI-DO, JUDO-UKE ). Grundschule im Stockkampf, sowie 5- Waffenformen, Einführung in die Atemlehre.

Blaugurt : Kata GERI-WAZA 1-5 (Beinkatas), Grundschule in Sai, Tonfas, Kamas, Schmetterlingsmesser, 3 Atemformen, Kumite- Prüfung(Sparring), Kenntnisse und Erläuterung in Selbstverteidigung, Einführung in den Bodenkampf und Würgetechniken.

Braungurt: Vertiefen des Grundwissens, Je eine Form Sai, Tonfa, Kama, Schmetterlingsmesser, Grundschule des Fingerkampfes (NUKITE), Nervpunkte,Bodenkampftechniken (10 Festhalte und 10 Befreiungsgriffe). Einführung im Kampf mit Hebeltechniken, Chi-Lehre(KI), Meditationstechniken.

Schwarzgurt: Kenntnisse aller Nervpunkte(Mindestens 50), Organwissen, alle 5 Nukite Katas (Fingertechniken), Gesamtes Fingertechnik-Grundwissen, Reißtechniken, Kumite-Prüfung, Waffenkampf, Erläuterung zu Bodenkampf- und Standkampf. Grundprinzipien der Waffen-Bodenkampftechniken, Reflex-Lehre, Bruchtest-Lehre (Erläuterung der Technik, eventuell ausgeführter Bruchtest).

Ab Schwarzgurt: Verleihung von Ehrengradierungen (2.- 3.- 4.-DAN usw.) Aufgrund besonderer Leistungen ( Trainer, Bezirkstrainer, Landestrainer, Vorstand usw. )


 


Gürtelgradierungen im Hon-Kai-Karate ( schematischer Aufbau )


Weißgurt = Anfänger(ohne Bedeutung )
Vorbereitungszeit: Keine

Gelbgurt = 5.Kyu
Vorbereitungszeit: 3 Monate

Orangegurt = 4.Kyu
Vorbereitungszeit: 3 Monate

Grüngurt = 3.Kyu
Vorbereitungszeit: 6 Monate

Blaugurt = 2.Kyu
Vorbereitungszeit: 6 Monate

Braungurt = 1.Kyu
Vorbereitungszeit: 6 Monate

Schwarzgurt = 1.DAN
Vorbereitungszeit: 1 Jahr

2.DAN und 3.DAN jeweils 2 Jahre Vorbereitungszeit

4.DAN und 5.DAN jeweils 3 Jahre Vorbereitungszeit

2.DAN bis 5.DAN Kennzeichen am Gürtel ab 6.DAN Gürtelfarbe Rot-Weiß und
Kennzeichnung am Gürtel

Bezeichnung für Schülergrade bis Braungurt - KYUSHI

Bezeichnung für DAN-Grade mit Ausbildungsbefähigung-YUDANSHA

Auch im Meistergrad gibt es spezielle Bezeichnungen der DAN-Grade, z.B:

1.DAN = SHODAN
2.DAN = NIDAN
3.DAN = SANDAN usw.